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Wilhelm-Raabe-Schule - Gemeinsam für morgen lernen!

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18.05.2015 12:15

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Ausweg in acht Schritten (aus dem STERN, 16.4.03)

Vom Pauker zum Partner: Lehrer begegnen den Schülern nicht mehr als Allwissende, sondern als "Entwicklungshelfer"

© Cira Moro

1. Unterricht - Lernen muss wieder Spaß machen!
Vierzigtausend Schulen, mehr als 600.000 Lehrer und fast zehn Millionen Schüler - das deutsche Schulsystem ist ein Riesentanker, dessen Kurs sich nur langsam umsteuern lässt. Schnell verändern lässt sich dagegen seine kleinste und wichtigste Einheit: der Unterricht. Dazu braucht es einen Perspektivenwechsel - der Lehrer rückt von der Tafel in die Mitte des Klassenzimmers. Er wird vom Allwissenden zum "Entwicklungshelfer", der seine Schüler forschen und formulieren lässt. Solch eigenständig erarbeitetes Wissen, sagen Hirnforscher, beflügelt die Lernlust und bleibt besser im Gedächtnis haften.

2. Atmosphäre - mehr Respekt, bitte!
"In Deutschland braucht es eine grundsätzlich andere Einstellung zum Lernen", sagt Rainer Domisch, deutscher Bildungsexperte in Finnland. "Lehrer sind kein verlängerter Arm der Kultusbehörde, die Noten vollstrecken, sie sind in erster Linie jedem einzelnen Kind verantwortlich, das sie nach Kräften fördern und nicht einfach an eine andere Schulart abschieben können." Demütigende Kommentare wie "Du hast die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen" verbieten sich. Schüler müssen spüren, dass die Schule ihre Arbeit ernst nimmt. Gut fürs Selbstbewusstsein und Klima: ein "Klassenrat", in dem die Kinder Pläne und Probleme besprechen. Dabei lernen auch die Schüchternen, wie man sich Gehör verschafft.

3. Verantwortung - mehr Freiheit für die Schulen!
Jahrzehntelang hingen die Schulen am Gängelband der Schulbürokraten. "Die Zukunft der Schule aber", so Rainer Domisch, "entscheidet selbst über ihr pädagogisches Profil, welche Lehrer sie einstellt oder wie sie ihr Geld einsetzt. Eine Schulinspektion sei überflüssig. Die Schule muss ihre Bildungsleistung in Vergleichstests rechtfertigen."

4. Lehrerzimmer - Teamarbeit statt Bunkermentalität!
"Lehrer nutzen die Potenziale ihres Kollegiums zu wenig", beobachtet Manfred Prenzel, Leiter der nächsten Pisa-Studie, die Mathematik als Schwerpunkt hat. "Sie sehen sich als Einzelkämpfer, stehen manchmal sogar in Konkurrenz zueinander." Dringend erforderlich ist Teamarbeit, aber auch eine engere Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen mit den Grundschulen. Was nützen die besten Methoden selbstständigen Arbeitens in der Grundschule, wenn das Gymnasium weiter auf Frontalunterricht setzt?

5. Ausbildung - neue Lehrer braucht das Land!
"Wir brauchen keine Mathelehrer, sondern Lehrer, die Kindern Mathematik beibringen", sagt Gabriele Haug-Schnabel, Verhaltensbiologin aus Freiburg. Künftige Lehrer müssen an der Hochschule mehr über die Lernprozesse ihrer Schüler erfahren, aber auch, wie man auf Lernstörungen, auf das einzelne Kind und sein individuelles Tempo eingeht.

6. Zensuren - eine Sechs fürs Notensystem!
Noten sind ungerecht - was Schüler schon immer beklagen, belegte die Pisa-Studie. Für dieselbe Leistung erhielt ein Gymnasiast in einem Fall eine Zwei, im anderen eine Fünf, weil sich die Lehrer am Niveau der Klasse orientierten. Nötig sind bundesweit einheitliche Tests und eine Erweiterung des Notensystems, etwa durch ausführliche Beschreibung der Lernfortschritte und Schüler-Portfolios.

7. Eltern - mitmachen statt meckern!
"Erziehung und Bildung sind nicht zu trennen", sagt Elke Picker, Vorsitzende des Landeselternbeirats in Baden-Württemberg. Noch gibt es an vielen Schulen zu wenig Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern. Ein guter Einstieg sind Elternabende, die sich mit wichtigen Erziehungsthemen beschäftigen. Beispielsweise: "Wie helfe ich meinem Kind beim Lernen?" oder "Was tun bei Mobbing?"

8. Zukunft - eine Schule für alle?
"Das dreigliedrige Schulsystem macht es zu einfach, Verantwortung abzuschieben", kritisiert Andreas Schleicher, Pisa-Koordinator der OECD. Viele Experten fordern, die Grundschulzeit auf sechs oder sogar neun Jahre zu verlängern. Doch das allein reiche nicht. "Was fehlt," so Schleicher, "ist eine klare Vorstellung, wie das Schulsystem in 20 Jahren aussehen soll. Ohne diese Vision bleibt alles andere Stückwerk."

.Meldung vom 16. April 2003

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