Vertretungskonzept

Wilhelm-Raabe-Schule - Gemeinsam für morgen lernen!

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Letzte Aktualisierung am:

19.07.2015 17:32

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Vertretungskonzept der Wilhelm-Raabe-Schule

Aus verschiedenen Gründen fällt Unterricht aus:

·         Erkrankungen, Kuren, Beurlaubungen

·         Fortbildungsveranstaltungen; andere dienstliche Verpflichtungen

·         Klassenfahrten, Unterrichtsgänge und Klassenveranstaltungen

·         Bundesjugendspiele / Sportfeste / Projekttage

·         Betriebspraktika, Betriebsbesichtigungen, Besuche im BIZ, Besuche in den BBS

·         Prüfungen und Unterrichtsbesuche

Dadurch wird Vertretungsunterricht erforderlich oder es entsteht unvermeidbarer Unterrichtsausfall.
Der Vertretungsunterricht wird im Vertretungsplan geregelt und wird mit dem Ziel erstellt, die Qualität des Unterrichts weitgehend zu erhalten und möglichst wenig Unterricht ausfallen zu lassen.

Vertretungsunterricht soll sinnvoll sein!

Dies ist der Fall,

  •     wenn die Vertretungsstunde dem geplanten Regelunterricht möglichst entspricht.

  •     wenn der Unterricht in dem jeweiligen Fach fortgeführt werden kann.

  •     wenn in dem jeweiligen Fach zusätzliche Übungen und Wiederholungen durchgeführt werden. Dazu kann auch die sinnvolle Recherche im Internet gehören, die sich auf ein gerade behandeltes Thema bezieht und zu konkreten Ergebnissen führt.

  •     wenn die Vertretungsstunde in sinnvoller Weise andere schulische Aufgabenfelder aus den Bereichen Mobilitätserziehung, Medienkompetenz, Methodenkompetenz, Gewaltprävention oder Drogenprävention zum Inhalt hat.

  •      wenn die Unterrichtszeit für andere pädagogisch sinnvolle Aktionen genutzt wird, für die sonst zu wenig Zeit ist (z.B. Klassengespräche.

Dies ist z.B. sicher nicht der Fall,

  •     wenn die Klasse lediglich beaufsichtigt wird,

  •     wenn die Klasse Hausaufgaben machen darf,

  •     wenn die Klasse einen Film ansehen soll, der mit dem aktuellen Unterricht nicht in Beziehung steht,

  •     wenn die Klasse zweckfrei im Internet surft.

Organisation des Vertretungsunterrichts

Vorbemerkungen

In einer normalen Regelschule mit Halbtagsbetreuung müssen Vollzeitlehrkräfte jeden Tag fast lückenlos von der ersten bis zur letzten Stunde Unterricht erteilen und es gibt keinerlei Personalreserve für Vertretungsfälle. Nur, wenn man auf die Lehrerinnen in Teilzeit zurückgreift, (die ihre Teilzeit eigentlich nicht gewählt haben, um ständig für Vertretung zur Verfügung zu stehen), oder auf Kosten der Unterrichtsversorgung Lehrkräfte nicht mit ihrer vollen Unterrichtsverpflichtung im Stundenplan einsetzt, lässt sich überhaupt ein sinnvolles Vertretungskonzept aufstellen und durchführen.

Jede Stunde Vertretung bedeutet Mehrarbeit für die betroffenen Lehrkräfte und Überstunden müssen irgendwann abgebaut werden, weil eine finanzielle Abgeltung ausgeschlossen ist. Jede Mehrarbeit dieser Art aber verschlechtert damit die Lehrerversorgung der Schule entweder sofort oder in Zukunft.

Aufgrund der Altersstruktur der Kollegien und der Belastungssituation vor allem der jungen Kolleg/innen ist ein hoher Krankenstand keine Ausnahme. Trotz der strengen Regelungen zur Anrechnung von Minus-Stunden und trotz der Möglichkeit, gelegentlich Plus-Stunden „abzuhängen“ ist daher ein hohes Plusstundenkonto bei vielen Lehrkräften die Regel.

Diese Vorüberlegungen führen dazu, nicht alle ausfallenden Stunden auch wirklich zu vertreten.
Maßstäbe dafür sind:

  •    Ein wirtschaftlicher Umgang mit den vorhandenen Lehrerstunden

  •     Die Verpflichtung, Schülerinnen und Schüler nicht unbeaufsichtigt zu lassen, wenn sie in der Schule sind.

  •    Die gleichmäßige Versorgung aller Klassen mit Unterricht und daher die „gerechte“ Verteilung längerfristiger Ausfälle.

  •    Der Grundsatz des Gesetzgebers, dass Kinder ab der 5. Klasse zu Hause nicht mehr ständig beaufsichtigt werden müssen. Das bedeutet, dass in einer nicht-verlässlichen Regelschule ohne Vertretungsreserve Randstunden kurzfristig und u.U. ohne Vorankündigung entfallen können.

 Organisatorische Vorbereitungen der Schule auf absehbaren Unterrichtsausfall:

  •    In den Lehrereinsatzplänen werden Lehrkräfte - unter der Voraussetzung, dass die Unterrichtsversorgung der Schule dies zulässt - unterhalb ihrer Regelarbeitszeit eingesetzt. –
    Dies führt zu Minusstunden, die durch Vertretungsunterricht abgebaut werden können. 

  •    Den Klassen werden stellvertretende Klassenlehrer/innen zugeordnet, damit die Klassen beim Ausfall des Klassenlehrers/der Klassenlehrerin von einer anderen Lehrkraft betreut werden können.

  •     Jede Lehrkraft, die selbst weiß, dass sie zu einem bestimmten Termin nicht unterrichten kann, stellt den Vertretungslehrkräften Planungsvorschläge, Hinweise auf Buchkapitel und ggf. Arbeitsunterlagen für die Vertretungsstunden zur Verfügung.

  •     Für einen plötzlich erforderlichen Vertretungseinsatz in der ersten Stunde verzichtet die Schulleitung auf  die Festsetzung von Anwesenheitszeiten vor Unterrichtsbeginn der Lehrkräfte. Anhand einer Präsenzliste wird aber festgelegt, welche Lehrkräfte in einem solchen Fall morgens vor dem Unterricht Anrufe der Schule entgegennehmen und vorzeitig in die Schule kommen müssen.

  •      Bei absehbar längerfristigen Erkrankungen informiert die betroffene Lehrkraft von sich aus sofort die Schulleitung. Weiterhin setzt sie sich bei ihrem Arzt/ihrer Ärztin dafür ein, dass diese/r möglichst umgehend die voraussichtliche gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit schriftlich bestätigt. Bei Vorliegen dieser Information beantragt die Schulleitung eine Feuerwehrlehrkraft bei der Landesschulbehörde.

  •     In jeder Klasse werden Telefonketten eingerichtet, abgesprochen und beim Vertretungsplaner hinterlegt, um eine rasche Benachrichtigung der Klasse im Ausnahmefall am Nachmittag oder Abend vornehmen zu können.

  •    Die Fachkonferenzen aller Fächer bereiten langfristig nach Jahrgängen sortiertes Übungsmaterial vor, mit dem fachfremde Lehrerinnen und Lehrer sinnvoll spontanen Vertretungsunterricht gestalten können.

  •     Wenn Klassen nicht im Haus sind (Klassenfahrten, U-Gänge etc.), kann der Vertretungsplaner - nach Abwägung im Einzelfall - davon betroffene klassenübergreifende Kurse wie WPKs zusammenlegen oder auch ausfallen lassen, um Lehrerstunden einzusparen.

In der täglichen Praxis gehen wir nach folgendem Prinzip vor:

Kurzfristiger Ausfall einer Lehrkraft:

Wenn absehbar ist, dass eine Lehrkraft am folgenden Tag nicht da sein wird, fällt der entsprechende Unterricht in der 1. und der 6., manchmal auch in der 2. und 5. Stunde aus. Die Kernzeiten, also in der Regel die 2. – 5., in Ausnahmefällen mindestens die 2. - 4. oder 3. – 5. Stunde, versuchen wir durch Vertretungsunterricht abzudecken.

Dabei suchen wir zunächst nach Lehrkräften, die in der entsprechenden Klasse unterrichten, die also ihren normalen Unterricht in dieser Zeit weiterführen können. Die zweitbeste Lösung wird ein Fachlehrer sein, der sich rasch einen Überblick über den Lernstand der Klasse verschaffen und sinnvoll dort ansetzen kann. Erst wenn Beides nicht geht, muss ein anderer freier Lehrer diese Klasse beaufsichtigen und wird dort lehrplanunabhängigen Unterricht nach unseren Grundsätzen erteilen.

Wenn der Vertretungsplaner erst morgens vom Fehlen eines Kollegen erfährt, wird für eine betroffene erste Stunde ein Lehrer angerufen, der zufällig diese erste Stunde frei hat und laut Präsenzliste für diesen Wochentag mit einem solchen Anruf rechnen muss. Gibt es im Stundenplan einen solchen freien Kollegen nicht, muss eine Lehrkraft der Nachbarklasse die unbetreute Klasse mit beaufsichtigen und versuchen, sie sinnvoll zu beschäftigen.
In Einzelfällen – und dies besonders in der Eingangsstufe – kann eine plötzlich unbetreute Klasse auch einmal auf die Parallelklassen aufgeteilt werden. Diese Lösung bietet sich aber in der Regel nicht an, da sonst der Unterricht beider betroffener Klassen ineffektiv sein wird.

Wenn durch eine Häufung außergewöhnlicher Ereignissen und Krankheiten überhaupt zu wenig Lehrer verfügbar sind, kann es sein, dass eine Klasse einen unterrichtsfreien „Häuslichen Arbeitstag“ erhält.
Dieser Fall sollte die Ausnahme bleiben und möglichst in einer Klasse nicht mehrmals pro Halbjahr vorkommen.
Anmerkung: Ein unterrichtsfreier Tag mit sinnvollen Hausaufgaben für die Kinder bringt vielleicht mehr als vier oder fünf Stunden Vertretungsunterricht bei fremden Lehrern.

Langfristiger Ausfall einer Lehrkraft:

Bei längerfristigem Ausfall einer Lehrkraft, insbesondere wenn sie Hauptfächer unterrichtet, wird eine separate Vertretungsregelung mit Stundenplanänderung entwickelt. Entsprechende Fachlehrkräfte werden aus „weniger wichtigen“ Stundenplanbereichen (WPKs, AGs etc.) herausgelöst und in den betroffenen Klassen eingesetzt. Ist eine solche Lösung nicht möglich, wird der entsprechende Unterricht in anderen Klassen des Jahrgangs gekürzt, um Stunden für eine Fachvertretung zu gewinnen.

Der Vertretungsplaner wählt die jeweils geeigneten Vertretungslehrkräfte aus und setzt sie im Vertretungsplan ein.
Ein Vertretungsplan wird im Lehrerzimmer und im Schaukasten für die Schülerinnen und Schüler ausgehängt.
In dringenden Fällen wird die Telefonkette zur Benachrichtigung der Klassen genutzt.
Als freiwillige zusätzliche Service-Leistung ist der Vertretungsplan außerdem auf der Homepage einsehbar für die beiden folgenden Tage.

Für die Lehrkräfte gilt:

  •     Vertretungsunterricht ist Bestandteil des schulischen Alltags.

  •     Vertretungsunterricht ist grundsätzlich verbindlicher (Fach-) Unterricht.

  •     Vertretungsunterricht verlangt ein besonderes Maß an Kooperationsbereitschaft von allen Beteiligten, auch und gerade von den Lehrern und Lehrerinnen.

  •     Alle Kollegen und Kolleginnen nehmen rechtzeitig Kenntnis vom Stand der Vertretungsplanung für sich und ihre Klassen und nutzen auch die Homepage zur Information.

  •     Bei vorhersehbarer Abwesenheit muss die zu vertretende Lehrkraft Planungsunterlagen für ihren Unterricht beim Vertretungsplaner im Lehrerzimmer oder in den betroffenen Klassen deponieren, auf die die Vertretungslehrer zurückgreifen können.

  •     Bei plötzlicher Dienstunfähigkeit muss dies telefonisch bis spätestens 07.10 Uhr in der Schule oder am Vorabend beim Vertretungsplaner privat gemeldet sein. Dies gilt auch dann, wenn die erkrankte Lehrkraft nicht gleich in der ersten Stunde Unterricht hätte.
    Absehbare Verlängerungen einer schon gemeldeten Krankheit werden ebenfalls unbedingt bereits am letzten Krankheitstag und ebenfalls schon bis 07.10 gemeldet, damit der Vertretungsplaner den Plan für den nächsten Tag anpassen kann.

Für die Schülerinnen und Schüler gilt:

  •     Vertretungsunterricht ist Bestandteil des schulischen Alltags.

  •     Vertretungsunterricht ist grundsätzlich verbindlicher (Fach-) Unterricht.

  •     Alle Schüler und Schülerinnen nehmen den Vertretungsplan beim Betreten des Gebäudes zur Kenntnis.

  •     Die gewählten Klassensprecher und -sprecherinnen oder andere dafür bestimmte Schüler und Schülerinnen einer Klasse fragen bei Unklarheiten im Vertretungsplan den Vertretungsplaner und teilen Änderungen im Vertretungsplan im Laufe des Tages der Klasse mit. Sie informieren die Klasse auch über Unterrichtsausfall am kommenden Tag in der ersten Stunde.

  •     Die Klassen halten die für den angekündigten Vertretungsunterricht notwendigen Materialien bereit. Änderungen im Fachunterricht werden durch ein Ausrufezeichen hinter dem Fachkürzel gekennzeichnet.

  •     Sollte die Lehrkraft, die zum Vertretungsunterricht eingesetzt worden ist, nicht im Unterrichtsraum eintreffen, so benachrichtigt der Klassensprecher oder die Klassensprecherin umgehend Lehrkräfte im Lehrerzimmer oder das Sekretariat.

  •     Die Klassen kennen das Telefonkettensystem und wissen, dass kurzfristige Änderungen regelmäßig abends auch auf der Homepage veröffentlicht werden.

  •     Klassen, deren erste Stunde ausfällt, kommen dann auch tatsächlich erst zur 2. Stunde - soweit technisch möglich - und halten sich nicht unbeaufsichtigt im Gebäude (außer Pausenhalle) auf.

Dieses Vertretungskonzept wurde von der Gesamtkonferenz der Wilhelm-Raabe-Schule im Oktober 2006 diskutiert und beschlossen.

Rechtsgrundlagen:

  • § 34 NSchG

  • Konferenzen und Ausschüsse der öffentlichen Schulen  RdErl. d. MK v. 10.1.2005 - 35.4 - 81 711 (SVBl Nr.3/2005 S.125)

  •  Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen
    (ArbZVO-Lehr) in der Fassung vom 2.8.2004 (Nds.GVBl. Nr.22/2004 S.302; SVBl. 9/2004 S.401), geändert durch VO v. 15.11.2004 (Nds.GVBl. Nr.33/2004 S.457) - § 4 

 

 

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