Sprachförderung

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Konzept „Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung“

 Rd.Erl. „Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung“ vom 26.06.2003 bzw. Erl. d. KM v. 01.03.2006 – 32-80107/4

 Konzeption Sprachförderung

 „Stützpunkt WRS Grund- und Oberschule“

 1.         Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

SchülerInnen, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen, sollen besonderen Unterricht zum Erwerb der deutschen Sprache oder zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse erhalten. Diese Kinder sollen eine besondere Förderung ein Jahr vor dem eigentlichen Schuleintritt erfahren. Die Schule stellt bei den gemäß § 64 Abs. 1 Satz 1 künftig schulpflichtigen Kindern fest, ob diese Voraussetzung vorliegt. Sprachförderung vor der Einschulung ist in § 54 a des Nieders. Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 03. März 1998, geändert durch Artikel 1 vom 2. Juli 2003 und zuletzt durch den Erlass des KM 01.03.2006 geregelt.Diese Sprachförderung der Kinder verlangt eine enge Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Schule. Zu dieser Zusammenarbeit gehört der Austausch von spezifischen Informationen über jedes einzelne Kind. Die Durchführung soll möglichst in der vertrauten Umgebung des Kindes, nämlich in der Kindertagesstätte als ihren zentralen Bildungsort geschehen. Die Verantwortung der Sprachförderung trägt die Stützpunktschule, hier also die GHS Südstadt, die für das Kind, das an Sprachfördermaßnahmen teilnimmt, eine Lehrerwochenstunde erhält.

2.         Konzeption der Sprachfördermaßnahme

Um erfolgreich am Unterricht der ersten Klasse teilnehmen zu können, müssen die Kinder über ausreichend Deutschkenntnisse verfügen. Dazu gehören das Verstehen ebenso wir die aktive Sprachverwendung. Im Einzugsgebiet der GHS Südstadt leben viele Türken, Kurden und Libanesen. Der Stand der Deutschkenntnisse bei Kindern, die Deutsch als Erstsprache bzw. Deutsch als Zweitsprache verwenden bzw. lernen sollen, ist äußerst unterschiedlich. Die Spanne umfasst neben Kindern, die über keinerlei Deutschkenntnisse, aber über gute muttersprachliche Kenntnisse verfügen, auch zweisprachige Kinder, die sowohl in ihrer Entwicklung der Erst- als auch der Zweitsprache beeinträchtigt sind. Daher werden an der GHS Südstadt unterrichtende muttersprachliche Lehrkräfte bei Bedarf angefordert, um die Sprachfeststellung in der jeweiligen Erstsprache der Kinder durchzuführen. Entsprechende Übersetzungen in den jeweiligen Herkunftssprachen liegen vor.

Die individuelle Sprachfördermaßnahmen leiten sich von der Gesamtheit aller Beobachtungen ab und sind auf die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit des Kindes ausgerichtet. Sie beinhalten Aspekte des emotionalen, sozialen und kognitiven Lernens und verbinden sich in den Bereichen Wahrnehmung, Bewegung und Handeln. Die didaktische-methodische Durchführung beinhaltet das bewährte Konzept „Sprachförderung – Vorkurs zur DaZ-Box (Finken Verlag, Oberursel, 2003) das individualisierend und differenzierend angelegt ist. Im Rahmen der inneren Differenzierung wechseln Phasen individuellen und gemeinsamen Lernens und Spielens ab. Dazu sind offene, ganzheitliche und handlungsorientierte Angebote in kindgerechter Umgebung gegen. Es werden Erfahrungs- und Lernsituationen angeboten und erstellt, in denen sich die Kinder zu den von der Lehrkraft dargebotenen sprachlichen Inhalten aktiv und interagierend verhalten und in denen ihre Vorerfahrungen, ihre Fragen und Einstellungen Berücksichtigung finden. Unterschiedliche sprachliche und soziale Erfahrungen werden durch Aspekte des interkulturellen Lernens einbezogen.

3.         Zusammenarbeit von GHS Südstadt und Kindertagesstätten

 Im Rahmen einer gemeinsamen Dienstbesprechung zwischen der Schule Südstadt und der DRK-Kindertagesstätte Königstraße und dem Katholischen Kindergarten Lohstraße am 20. 02. 2008 ist über ein Konzept zur zukünftigen Organisation der Sprachfrühförderung gesprochen worden. Die drei Einrichtungen schlagen für die zukünftige Organisation folgende Struktur vor:

  • Die Kooperation sollte dauerhaft und langfristig und nicht abhängig von der jeweils aktuell zu betreuenden Anzahl von Kindern sein.
  • Ziel einer solchen dauerhaften Kooperation soll u. a. sein, Termin- und Raumplanung für die im Rahmen der Sprachfrühförderung betreuten Kinder so auszurichten, dass die Sprachfrühförderung sinnvoll in den Tagesablauf der Kinder eingeplant werden kann und zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch eine möglichst hohe Aufnahmefähigkeit der Kinder besteht.
  • Eine kontinuierliche Zusammenarbeit bedeutet dabei auch, dass alle Kinder einer Kindertagesstätte von jeweils einer Grundschule betreut werden, unabhängig davon, ob diese Kinder später alle die im Kooperationsverbund befindliche Grundschule besuchen oder nicht.
  • Eine kontinuierliche und dauerhafte Zusammenarbeit wird zu einer Stabilisierung der Betreuung der betroffenen Kinder führen können, weil:
  • Lehrkräfte wiederholt mit der Sprachfrühförderung beauftragt werden können,
  • Erfahrungen ausgewertet und für eine Qualitätsentwicklung genutzt werden können,
  • Sprachfrühförderung im Rahmen der Sprachfrühförderkonzepte der Grundschule nach der Einschulung fortgeführt werden können.

 Es kommt hinzu, dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit den Informationsaustausch zwischen Grundschule und Kindertagesstätte als Grundlage für die Sprachstandsfeststellung verbessern kann.

Vor allem die räumliche Nähe zwischen der Schule Südstadt und der DRK-Kindertagesstätte Königstraße würde organisatorische Voraussetzungen bieten, die eine Integration der Sprachfrühförderung in den normalen Unterrichtsablauf unserer Grundschule ermöglicht. Im Zusammenhang kann man darauf hinweisen, dass die DRK-Kindertagesstätte Königstraße im Rahmen eines Kooperationsvertrages die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Verlässlichen Grundschule betreut.

Die Landesschulbehörde Standort Hannover ist gebeten worden, die Umsetzung des Konzeptes durch entsprechende organisatorische Maßnahmen zu unterstützen.

4.         Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten

Die Kontakte zwischen Eltern und Lehrkräften werden erfahrungsgemäß durch Verständnisschwierigkeiten und unterschiedliche kulturelle Sichtweisen erschwert. Erstere haben oft nur geringe Deutschkenntnisse und bedürfen eines Übersetzers. Leider sind viele Eltern auch unzuverlässig und wenig an schulischen Dingen interessiert. Daher sind grundsätzliche Voraussetzungen für ein sinnvolle Zusammenarbeit mit Eltern gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung sowie ein offenes Aufeinanderzugehen. Hilfreich ist ein Interview mit den Erziehungsberechtigten über deren Bedeutung der Erst- bzw. Familiensprache („Wer spricht mit dem Kind in welcher Sprache?“ / „Welche Sprache wird in der Familie gesprochen?“ / „Wird innerhalb der Familie gern und viel miteinander gesprochen?“), Einstellung zum deutschsprachigen Umfeld („Welche Sprachen werden in der Nachbarschaft gesprochen?“) und bei Auffälligkeiten/Sprachentwicklungsstörungen des Kindes die Ermunterung des Lehrers, einen Fachdienst aufzusuchen.

5.         Zur sprachlichen Entwicklung des Kindes

Hier wird verwiesen auf die „Dokumentation der individuellen Lernentwicklung“  (siehe Anhang). Kinder, die Deutsch als Erstsprache sprechen, erwerben sprachliche Strukturen in einer bestimmten Reihenfolge: Einwortäußerungen, Zweiwortäußerungen, Drei- und Mehrwortäußerungen und komplexe Strukturen. Bei ausländischen Kindern mit Zweitsprache Deutsch ist das anders. Inhalte der Fördermaßnahmen sind vorrangig die drei Sprachebenen. Neben den sprachlichen Beobachtungsbereichen sind aber auch entwicklungsspezifische Voraussetzungen in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Sozialverhalten und Lernmotivation zu berücksichtigen! Grundvoraussetzung für die bedarfsgerechte Förderplanung ist daher eine möglichst umfassende Kenntnis der Lernausgangslage des Kindes.

6.         Fazit: „Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung

An der WRS Grund-und Oberschule sollen in der Sprachförderung vor der Einschulung zwei Kindergruppen unterschieden werden:

  1. Deutsche und ausländische Kinder mit Sprachdefiziten
  2. Deutsche und/oder ausländische Kinder mit Sprachretardierungen und Defiziten in ihrer Gesamtentwicklung

Ziel der pädagogischen Arbeit mit der Gruppe 1)

  •  Das Hörvermögen zu verbessern
  •  Den Wortschatz zu erweitern
  •  Den Satzbau fortzubilden
  •  Die Lautbildung zu schulen
  •  Die Grammatik zu verbessern
  •  Die Artikulationsfähigkeit zu fördern

 Am Ende der Sprachfördermaßnahme sollten die Kinder ihre sprachlichen Voraussetzungen verbessert haben. Sie sollten Arbeitsanweisungen verstehen können, ihre Ängste vor dem Artikulieren und dem Verbalisieren vor einer Gruppe/Klasse kompensiert haben. Sie sollten die Fähigkeit entwickelt haben, einer längeren sprachlichen Vorgabe zu folgen und zu verstehen. Insgesamt sollten sie dann in der Lage sein, wesentliche Merkmale eines Inhaltes einer Geschichte, eines Bilderbuches oder eines Gedichtes zusammenzufassen bzw. wiederzugeben. Bildergeschichten mit sechs Bildfolgen sind in der korrekten zeitlichen Ab- bzw. Reihenfolge einzuordnen.

 Ziel der Pädagogischen Arbeit mit der Gruppe 2)

In der Sprachförderung vor der Einschulung erkennen wir aber auch immer Kinder, die nicht nur Sprachprobleme sondern in ihrer Gesamtentwicklung Retardierungen aufweisen. Diese Kinder werden von uns genauso sprachlich gefördert wie die Gruppe 1). Die Defizite dieses Klientel sind oft mit weiteren Entwicklungsdefiziten verknüpft und dann dem Schulkindergarten der GHS Südstadt überweisen werden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, innerhalb eines Schuljahres ihre Retardierungen zu kompensieren, wobei anzumerken bleibt, dass Kinder, die fünf oder sechs Jahre ein falsches Deutsch trainiert haben, nur schwer innerhalb eines Schuljahres ihre „Grammatik“ verändern/verbessern können. Werden bei der Sprachstandsfeststellung sprachliche Auffälligkeiten festgestellt, die vermutlich logopädische Behandlung erfordern, wird den Eltern ein entsprechendes Merkblatt für den H-N-O-Arzt mitgegeben.

  Wilhelm Raabe Schule Hameln
  Jahrgänge 1-6:       Königstraße 71  -  Tel. 05151 958131  -  FAX: 05151/95 81 34  -  E-Mail: ghs8@hameln.de
  Jahrgänge 7-10:     Lohstraße 9   -  Tel. 05151/202 13 45  -  FAX: 05151/92 45 57  -  E-Mail: wrs@hameln.de