Schule & Gewalt

Wilhelm-Raabe-Schule - Gemeinsam für morgen lernen!

Startseite
Nach oben

 

Letzte Aktualisierung am:

21.10.2015 17:15

So viele waren schon hier: GOWEBCounter by INLINE

 

Sie sind hier: Startseite --> Schulprogramm --> Erziehung --> Schule und Gewalt

Gewalt in der Schule?

Alle reden von Gewalt an Schulen und auch wir sind da sehr sensibel. Für unser Gefühl allzu schnell greifen Kinder und Jugendliche in Auseinandersetzungen zu körperlichen Mitteln. Angeblich bloß aus Spaß werden Mitschüler gezwickt, geschlagen und getreten oder ein verbales Anmachen wird sofort mit Körpereinsatz beantwortet.
In den seltensten Fällen haben die Täter dabei das geringste Schuldbewusstsein! Im Gegenteil: Ihnen erscheint ihr Verhalten als die einzige Chance, im System Schule (Bus, Nachbarschaft, Stadtteil, Dorf ...) zu überleben, und kaum jemand erkennt, dass sich hier eine Spirale von Gewalt entwickelt, die am Ende nur allen schaden kann und ein sinnvolles Zusammenleben und -arbeiten verhindert.

Natürlich versuchen wir, in unserer täglichen Arbeit diese Zusammenhänge klar zu machen und den Kindern die Problematik ihres Verhaltens nahe zu bringen. Aber durchgreifende Erfolge stellen sich nicht über Nacht ein.

Das liegt auch an der ganz unterschiedlichen Wahrnehmung von Gewalt, die wir bei Schülern immer wieder beobachten. Während für uns Lehrer hier massiv Grenzen überschritten werden, fühlen sich viele Heranwachsende, die körperliche Gewalt in Auseinandersetzungen einsetzen, völlig im Recht. Schließlich hat der Andere sie ja beleidigt, angemacht, verspottet, lächerlich gemacht ...

Das eigentliche Problem liegt nach unserer täglichen Erfahrung jedoch viel tiefer: einer sehr großen Mehrheit der Kinder geht schon weit im Vorfeld körperlicher Gewalt jedes Gefühl dafür ab, was in einer Gruppe von Menschen möglich und erlaubt ist und was nicht.

 

So wie Kevin zu Hause den Mittagstisch verlässt, wenn ihm danach ist, so steht er im Unterricht auf, ohne zu fragen – stört dabei aber 27 andere Schüler und den Unterrichtsablauf.

 

So wie zu Hause alle einfach hinnehmen, dass Beritan ungefragt Gespräche unterbricht und grundsätzlich immer sofort „dran“ ist, so quatscht sie auch in der Klasse ohne Rücksicht auf andere hemmungslos dazwischen oder unterhält sich mit ihrer Nachbarin, weil ihr eben danach ist und weil ihr noch nie jemand gesagt hat, dass andere auch gleiche Rechte auf Gehör und Teilhabe besitzen wie sie.

 

Und so ließen sich weitere Beispiele finden – die unsäglichen Kraftausdrücke, die man offenbar ungestraft auch gegen Erwachsene benutzen darf; die fehlende Rücksichtnahme auf fremdes Eigentum und der Verzicht auf menschliche Umgangsformen im täglichen Miteinander. (Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass selbst Ihnen bekannte Kinder heutzutage in der Regel nicht mehr grüßen, sondern lieber weggucken? Dass Jungs überall „hinrotzen“? Dass ...)

 

Wir wollen keine Klage erheben über die Schlechtigkeit der Welt – aber dieses Verhalten ist in Gruppen (Klassen) sehr störend und es verhindert vor allem sehr oft geordneten Unterricht – mit allen negativen Folgen für die Lebenschancen auch Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes! Schule allein ist hier überfordert, denn bei aller Pflicht zur Erziehungsarbeit – solch grundlegende Verhaltensweisen müssen wir von Schülerinnen und Schülern einfach erwarten können und hier sind Eltern in der Pflicht. Dafür möchten wir Sie als Eltern gern sensibilisieren.

Wir möchten aber auch dies klarstellen: wer vorsätzlich gegen die Schulordnung verstößt, fremdes Eigentum beschädigt oder zerstört und vor allem, wer Mitschüler verletzt oder gefährdet, muss mit Konsequenzen rechnen. Und wenn ein intensives Gespräch und eine Mitteilung an die Eltern nicht ausreichen, sich in Zukunft anders zu verhalten, werden wir den Betreffenden zeitweise vom Unterricht ausschließen. Die Interessen der Mehrheit, die sich an die Regeln hält, müssen in einem solchen Fall ganz klar Vorrang haben.

Noch ein letzter Gedanke zu diesem Thema: die größten Probleme haben wir mit Schülerinnen und Schülern, die sich an keine Regel halten, weil „Schule blöd ist“, weil „die Lehrer sowieso keine Ahnung haben“ und weil „die Wilhelm-Raabe-Schule überhaupt das Letzte ist“. Gegen eine solche Grundeinstellung helfen selbst gute Argumente herzlich wenig. Aus vielen Gesprächen wissen wir, dass Kinder hier unüberlegt eine Meinung wiedergeben, die sie von ihren Eltern so gehört haben und deren Bedeutung sie in der Regel nicht richtig einschätzen können.
Daher unsere ganz herzliche Bitte: Wie groß auch immer Ihre – vielleicht sogar aus eigener Erfahrung teilweise berechtigte – Kritik an Schule, Lehrern und speziell unserer Schule auch sein mag: äußern sie diese Kritik in Gesprächen mit uns, aber reden sie nicht mit Ihrem Kind darüber. Geben Sie ihm die Chance, seine eigenen Erfahrungen zu machen und lassen sie es nicht Ihre Konflikte stellvertretend für Sie austragen. Für den Schulerfolg Ihres Kindes kann eine solche Einstellung mit der damit einher gehenden Verweigerungshaltung nur schädlich sein!

¬¬¬

 

  Wilhelm Raabe Schule Hameln
  Jahrgänge 1-6:       Königstraße 71  -  Tel. 05151 958131  -  FAX: 05151/95 81 34  -  E-Mail: ghs8@hameln.de
  Jahrgänge 7-10:     Lohstraße 9   -  Tel. 05151/202 13 45  -  FAX: 05151/92 45 57  -  E-Mail: wrs@hameln.de